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Trachtenwesten für Herren sind seit Jahrzehnten ein Muss, wenn man auf hochwertige Tracht steht. Zudem kann man dieses vielseitige Kleidungsstück gut kombinieren. Ob Hochzeit oder Volksfest: Eine Trachtenweste ist für Herren das i-Tüpfelchen beim Trachtenoutfit und halten zudem schön warm. Deshalb tragen viele Herren in Deutschland und in Österreich ihre Trachtenwesten auch im Alltag. Hier erfahren Sie, wie Sie eine Trachtenweste perfekt kombinieren und wie Sie das ideale Stück für Ihren Geschmack finden!

Trachtenweste in Grün mit Stehkragen
Diese Trachtenwesten von Hammerschmid hat alle Attribute einer klassischen Trachtenweste mit Stehkragen: Drei Einschubtaschen im Vorderteil, einen Riegel zum Verstellen der Weite im Rücken, einen bestickten Stehkragen und schöne Knöpfe.

Welche Arten von Trachtenwesten gibt es?

Hersteller hochwertiger Trachtenmoden wie Hammerschmid, Grasegger und Gottseidank bieten zahlreiche Trachtenwesten für Herren an. Meist folgen sie dabei den klassischen Vorgaben. Für moderne Trachtenfans bieten die Hersteller aber auch Westen an, die den üblichen Rahmen sprengen.

Eine traditionelle Trachtenweste zeichnet sich durch fünf Merkmale aus:

  • drei oder vier Einschubtaschen im Vorderteil
  • bestickter Kragen
  • verstellbarer Riegel im Rücken
  • Knöpfe aus Hirschhorn oder aus Metall, oft auch aus Silber
  • Abgeschrägte Kanten unten am Vorderteil

Das Material im Rücken unterscheidet sich bei den meisten Trachtenwesten für Herren vom Vorderteil. Das hat praktische Gründe: Der verstellbare Riegel reguliert die Weite, deshalb muss das Rückenteil flexibler sein als das stabile Vorderteil mit den Taschen.

Moderne Trachtenwesten haben ein Rückenteil aus Stretchmaterial, das sich der Figur anpasst. Strickwesten zählen genau genommen nicht zu den klassischen Trachtenwesten. Wer auf Komfort besonderen Wert legt, kann jedoch eine traditionelle Weste mit einer Strickweste ersetzen.

Grün-rote Trachtenweste mit Stretchrücken
Diese Trachtenweste von Grasegger setzt auf den Kontrast der Komplementärfarben Rot und Grün und hat einen Stretchrücken, der sich der Figur anpasst.

Klassische Trachtenwesten für Herren werden vorzugsweise in den Farben Grün, Blau und Schwarz gehalten werden. Diese eher gedeckten Farbtöne haben den Vorteil, dass sie nicht so schnell schmutzen wie helle Farben.

Sie lassen sich je nach verwendetem Material in folgende Kategorien einteilen:

Trachtenweste gemusterter grüner Stoff mit Lodenkragen
Stoffweste
Trachtenweste grüner Samt mit Stehkragen und Silberknöpfen
Samtweste
Kutscherweste
Kutscherweste
Hochzeitsweste aus hellgrauem Brokat mit Stehkragen
Hochzeitsweste
Miesbacher Trachtenweste aus geblümtem Stoff mit Messingknöpfen
Miesbacher Weste

Stoffweste

Loden ist ein ebenso beliebtes Material für Stoffwesten wie leicht gemusterte Stoffe. Häufig sind die Paspeln oder Klappen der Taschen und der Kragen farblich abgesetzt.

Samtweste

Für Trachtenfans mit besonderen Ansprüchen an die Haptik bieten sich Westen aus Samt an. Eine Samtweste fühlt sich besonders weich an und bieten optisch einen Kontrast zur kurzen Lederhose, zur Trachtenhose oder zur Jeans.

Übrigens: Die Kutscherwesten wurden früher oft aus Samt gefertigt. Typisch für diese Trachtenwesten sind die doppelreihigen Knöpfe.

Sonderfall: Die Hochzeitsweste

Bei Trachtenhochzeiten gehört die Trachtenweste für den Bräutigam zum guten Ton. Für diese besondere Gelegenheit sollten Sie unbedingt ein Exemplar wählen, dessen Ausstattung dem Anlass entspricht. Es gibt Hochzeitswesten in besonders hellen Farbtönen, die gut zu einem Brautdirndl in Weiß oder Pastell passen.

Die Miesbacher Weste

Alternativ können Sie auch eine Weste wählen, die sich durch besondere Details auszeichnet, etwa eine ausgefallene Kragenlösung wie bei der klassischen Miesbacher Weste. Sie sieht besonders gut zu einer hochwertigen Lederhose aus sämisch gegerbtem Wildleder aus, die mit einem Stegträger ausgestattet ist. Sie können diese Trachtenwesten bei einer Hochzeit ebenso tragen wie bei jedem anderen feierlichen Anlass.

Klassifizierung von Trachtenwesten nach dem Schnitt

Klassische Trachtenwesten lassen sich nach dem Ausschnitt und anderen Schmittmerkmalen in mehrere Kategorien unterteilen:

Hochgeschlossene Weste

Ein bestickter Stehkragen ist die übliche Kragenlösung bei Trachtenwesten, die bis zum Hals geschlossen werden können. Sie halten auch bei kühlen Herbstwinden besonders warm. Wenn Sie Ihre Weste eher im Herbst oder Winter tragen möchten, sind Sie mit einer hochgeschlossenen Weste gut beraten.

Weste mit V-Ausschnitt

Wer den Hals gerne frei hat, kann zu einer Trachtenweste mit V-Ausschnitt greifen. Diese Trachtenwesten passen gut zu Trachtenhemden mit einem Kentkragen.

Trachtenweste aus grauem Loden mit schwarzem Baumwollrücken und Metallknöpfen
Dieser feine graue Loden aus Wolle wärmt besonders gut und lässt sich bei kühlem Wind bis zum Hals schließen.
Graue Trachtenweste mit V-Ausschnitt aus kariertem Wollstoff
Perfekt für ein Trachtenhemd mit Kentkragen ist diese klassische Weste mit feinem Karomuster und anthrazitfarbenen Paspeln.

Trachtenwesten perfekt auswählen und kombinieren: Der praktische Ratgeber

Eine Trachtenweste ist ein optischer Höhepunkt beim Outfit - unabhängig davon, ob Sie diesen stilistischen Alleskönner zu einer traditionellen Lederhose, zu einem Trachtenanzug oder zu einer Jeans kombinieren. Das Hemd sollte deshalb nicht dominieren. Ein weißes Hemd oder Pastellfarben sind perfekt. Besonders gut sieht ein zartrosa Hemd zu einer roten Weste aus, ein pastellgrünes Trachtenhemd zu einer grünen Weste oder ein himmelblaues Hemd zu einer blauen Weste.

Der ideale Kragen beim Trachtenhemd ist ein Stehkragen. So kommen sich auch bei hochgeschlossenen Trachtenwesten die verschiedenen Krägen nicht in die Quere.

Für den absolut perfekten Look wählen Sie für die Trachtenweste die Farbe der Stickereien auf Ihrer Lederhose. Diese Farbe kann sich dann auch in den Strümpfen wiederholen. Auf jeden Fall sollte die Farbe der Weste mit den üblichen Kleidungsstücken harmonieren.

Richtige Größe wählen

Bei der Wahl der Größe sollten Sie neben der Weite auch auf die Länge achten. Auf keinen Fall darf die Weste zu lang sein. Sie sollte nur leicht über den Bund der Lederhose, der Trachtenhose oder der Jeans hinausreichen. So kann die Gürtelschließe zwischen den abgeschrägten Kanten herausspitzen.

Bei der Weite sollten Sie darauf achten, dass die Weste nicht spannt, jedoch schön am Körper anliegt.

Wie knöpfe ich eine Trachtenweste richtig?

Bei einer hochgeschlossenen Weste sollten sie nie alle Knöpfe schließen. Einzige Ausnahme: Sie gehen in einem Schneesturm nach Hause und haben keinen Schal dabei. Bei geselligen Anlässen dagegen ist es ratsam, die oberen zwei bis drei Knöpfe offen zu lassen. Das erhöht die Beweglichkeit und sieht gut aus. Bei einer Weste mit V-Ausschnitt dagegen können Sie gerne alle Knöpfe schließen.

Woher kommt die Regel mit dem offenen unteren Knopf?

Eine traditionelle Benimmregel bei Sakkos und Westen lautet, den untersten Knopf nie zu schließen. Allerdings hat diese Bekleidungsregel mittlerweile ausgedient. Heute ist es jedem Mann und seinem individuellen Geschmack überlassen, ob er den untersten Knopf tatsächlich offen halten möchte.

Grüne Trachtenweste mit drei offenen Knöpfen oben
Wenn Sie die Trachtenweste bis obenhin zuknöpfen, sind sich die verschiedenen Krägen schnell im Weg. Außerdem sieht es sehr zugeknöpft aus.


Doch woher kommt diese etwas absonderliche Regel? Dafür gibt es zwei Theorien. Manche Bekleidungsexperten vertreten die Ansicht, sie geht auf den englischen König Edward VII. zurück. Der älteste Sohn von Königin Victoria war - wie seine Mutter - etwas füllig um die Taille. Deshalb war es für ihn wesentlich komfortabler, den untersten Knopf offen zu lassen. Aus Respekt gegenüber dem König (vielleicht auch aus Bequemlichkeit) fand dies zahlreiche Nachahmer, bis sich schließlich eine ungeschriebene Bekleidungsregel entwickelte.

Die zweite Theorie hat etwas praktischere Wurzeln. Sie führt die Regel auf das Pferd zurück, das lange das bei weitem beliebteste Fortbewegungsmittel war. Um angenehm im Sattel zu sitzen, mussten die Anzugträger den untersten Knopf öffnen.

Alle Tipps zum Kombinieren in Kürze:

  • Helles Hemd mit Stehkragen ideal zur Trachtenweste
  • Länge bis knapp über den Hosenbund
  • Weite anliegend, aber bequem
  • Bei hochgeschlossener Weste obere Knöpfe offen lassen
  • Unterster Knopf optional